Friedrich Silcher

wurde am 27.6.1789 in Schnait (heute ein Ortsteil von Weinstadt), Württemberg, geboren. Er wirkte als Lehrer in seinem Geburtsort und in Ludwigsburg und ließ sich 1815 nach einer Begegnung mit Carl Maria von Weber in Stuttgart als Musiker nieder.

Er nahm bei Conradin Kreutzer und Johann Nepomuk Hummel Klavier- und Kompositionsunterricht und wurde bereits 1817 Universitätsmusikdirektor und Lehrer am evangelischen Stift Tübingen. 1829 gündete er die “akademische Liedertafel” als Männerchor, 1839 den “Oratorienverein” und nahm eine zentrale Stellung im Musikleben von Tübingen ein, wo er am 26.8.1860 starb.

Werke

Silchers Volksliedschaffen – waren es Neuschöpfungen oder Bearbeitungen – konnte man seiner Usprünglichkeit und Echtheit nicht berauben. Er verfasste 12 Hefte zu je 12 Liedern für 4 Männerstimmen, 4 Hefte vierstimmiger Volkslieder für gemischten Chor, 8 Hefte zu je 12 deutschen Volksliedern für eine oder 2 Singstimmen mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung, 4 Hefte ausländischer Volksmelodien für eine oder zwei Singstimmen mit Klavierbegleitung, 12 Lieder für Turner, 6 Lieder für Wehrmänner, “Tod des Ajas” für Männerchor und Orchester, 2 Hefte Chöre und Quartette, ein Heft Trauergesänge, ungefähr 140 Kinderlieder, 40 Klavierlieder, weiteres für die Kirche viele mehrstimmige Choräle, Gesänge und Orgelstücke. An Instrumentalmusik schrieb er Klavier- und Flötenvariationen über Volkslieder, Choralvorspiele und 2 Ouvertüren. Er brachte auch die Geschichte des evangelischen Kirchengesanges heraus.

In seinen selbstkomponierten Volksliedern traf er den Volkston so gut, daß eine Reihe davon als echte Volkslieder weiterleben, wie “Ännchen von Tharau”, “Morgen muß ich fort von hier”, “Zu Strassburg auf der Schanz”

Literatur: A. Lämmle, Friedrich Silcher, Mühlacker 1956

In Schnait hat der Schwäbische Chorverband ein Silcher-Museum eingerichtet, und zwar in den Räumlichkeiten der ehemaligen Schule – und damit im Geburtshaus von Friedrich Silcher. Dieses Museum hat einen eigene Webseite eingerichtet: www.silcher-museum.de.

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