für alle aktuellen Nachrichten

75 Jahre Lüneburger Silcher-Chor. Der letzte noch verbliebene reine Männerchor Lüneburgs feierte am 10. Mai sein 75-jähriges Bestehen mit Konzert und Festempfang. Die Oberbürgermeisterin der Hansestadt Lüneburg würdigte das Engagement des Chors, der seit vielen Jahrzehnten ein musikalischer Botschafter der Stadt ist. Die Glückwünsche des CVNB überbrachte Gisela Urban als Vertreterin des Präsidiums.

Musikalische Gäste hatte der Chor auch eingeladen: Zwei estnische Musiker präsentierten estnische Klänge und bedienten sich dabei einer Vielzahl von Musikinstrumenten, vom estnischen Dudelsack über Garmoschka (Knopfakkordeon) und Gitarre bis hin zur Maultrommel. Der Chor, der mit diesen estnischen Klängen seine musikalischen Beziehungen zur Lüneburger Partnerstadt Tartu würdigte, präsentierte in seinen Beiträgen ein breites Spektrum an Männerchorgesang, von klassischen Werken bis hin zur Popmusik.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch kurze Rückblicke auf 75 Jahre Chorgeschichte, wobei auch Fotos und Musikaufnahmen eingesetzt wurden.

Die Schriftführerin des CVNB, Dr. Gisela Urban, bei der Überreichung der Ehrenurkunde an den Vorsitzenden des Lüneburger Silcher-Chors, Dr. Franz Peter Schmitz (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Der Lüneburger Silcher-Chor beim Jubiläumskonzert unter der Leitung von Monika Grade (Foto: Simone Kretzer)

Die Oberbürgermeisterin der Hansestadt Lüneburg, Claudia Kalisch, bei der Überreichung der Ehrenurkunde der Stadt (Foto: Simone Kretzer)

 

75 Jahre besteht er nun schon, der Lüneburger Silcher-Chor. Was einmal von dem Musikpädagogen Friedrich Welter mit einer Handvoll Sänger im Jahre 1951 aus der Taufe gehoben wurde – ein Männerchor, der „Lieder singen“ sollte – entwickelte sich in der Folgezeit unter den Chorleitern Demmig und Kretzer zu einem Männerchor, der in seinen Glanzzeiten bis zu 75 Männer auf die Bühne brachte und einen überregionalen Bekanntheitsgrad erreichte.

Doch schon seit einigen Jahrzehnten bröckelt die Zahl der aktiven Sänger, wie bei fast allen Männerchören landauf, landab. Der schwindenden Größe musste sich der Chor anpassen; nun sind es nicht mehr opulente Opernchöre, mit denen der Chor sein Publikum begeistert, sondern es sind modernere, durchaus ebenso anspruchsvolle Lieder, oft mit witzigen Texten.

In seinem 75. Jahr will der Chor nun einen Querschnitt durch die Musik der vergangenen Jahrzehnte präsentieren, und auch diesmal wird durchaus Humoristisches mit im Angebot sein. 

…und schließlich haben nur etwa 2 Monate gefehlt, und wir hätten unserem ältesten Mitglied zum 100. Geburtstag gratulieren können. Aber auch 99 Lebensjahre sind ein ausreichender Grund, unser verstorbenes Mitglied Egon Köllner hier besonders zu ehren.

Fast 60 Jahre, mehr als die Hälfte seines beeindruckend langen Lebens, war Egon Köllner Mitglied im Silcher-Chor, hier erhob er seine kräftige Stimme im 2. Bass. Wie so viele der Männer, die in den 60er Jahren zum Chor kamen, gehörte Egon zur Bundesbahn. Von Hause Elektriker, arbeitete er bei der Bahn als Bahnpolizist, was ihm den – zugegeben leicht despektierlichen – Spitznamen „Schottersheriff“ einbrachte.
Die – vermeintlich – leichte Muse sang er besonders gern, aber vor allem liebte Egon Shantys, hier besonders die Bearbeitungen von Eddy Pütz.
Egon hatte regen Anteil am Chorleben, auch und gerade außerhalb von Proben und Konzerten. Z.B. Herrentouren:  Ich erinnere mich (mit Schrecken? Nein, gerne!) daran, es war wohl eine Chorreise nach Ostfriesland, dass Egon mich morgens weckte, bewaffnet mit einem Glas und einer Flasche Lösecke-Weinbrand – ein Ritual, das manchem Sänger zuteil wurde. Es war auch nicht ganz ungefährlich, in einer Gruppe stehend Egon im Rücken zu haben. Zu gern kramte er eine Eichelhäher-Feder hervor, um einen arglosen Silcheraner im Ohr zu kitzeln, was diesem einen ungeheuren Schrecken einjagte, sehr zu Egons und der anderen Gaudi.
Wie für viele andere gehörte für Egon die Geselligkeit zum Chorleben in der Silcher-Familie. Herrentouren, Frühschoppen, Familienausflüge, Grillabende, Vatertagstouren, Knobel – und Skatrunden:  Egon immer dabei, denn auch hier wurde viel und kräftig gesungen. Aber Egons Freizeit-Interessen beschränkten sich nicht auf den Gesang. Mindestens so wichtig war ihm seine Schnitzkunst, die er mit wahrer Meisterschaft betrieb. Viele Silcheraner dürfen stolz darauf sein, ein Exemplar aus dieser Werkstatt ihr Eigen zu nennen. Ganz nebenbei war Egon zusammen mit seiner Frau Gisela begeisterter Wanderer und er liebte ausgedehnte Radtouren.

Gern hätten wir mit Egon seinen 100. Geburtstag gefeiert, natürlich nicht ohne Eddy Pütz. Nun ist es anders gekommen, wir mussten uns vorher von Egon verabschieden, aber wir werden ihn nicht vergessen.

HUH

 

14 Auftritte in einem Jahr – so viele hatte der Lüneburger Silcher-Chor letztmalig in seinen Vor-Corona-Jahren. Doch im Jahr 2024 war es tatsächlich wieder einmal gelungen, diese Anzahl an Auftritten zu bewältigen, und das mit deutlich geschrumpfter Mannschaft. Geplant war das so nicht, doch es kam einfach ein Termin zum anderen.

Was wir geplant hatten: ein Kurz-Auftritt bei unserer Familienfeier, die Teilnahme am Chorfest in der PKL und unsere Konzerte im Sommer und zu Weihnachten; aich gab es Überlegungen, zur Advents- und Weihnachtszeit gemeinsam mit dem Gemischten Chor Adendorf aufzutreten, sowohl in der Adendorfer Emmaus-Kirche als auch in der Lüneburger Paulus-Kirche. Und dann kam eins nach dem anderen hinzu, wobei vor allem die Teilnahme an den beiden Konzerten des Kreis-Chorverbands in St. Marien zu nennen sind.

Bei derart vielen, oft kurzfristig angesetzten Auftritten bleibt es nicht aus, dass bei der einen oder anderen Gelegenheit die Singfähigkeit nur knapp gewährleistet war. Aber sogar mit lediglich einem Dutzend Sängern stand der Chor im wahrsten Sinne des Wortes seinen Mann, wie wir beim PKL-Konzert zeigen konnten, wo wir das Publikum sozusagen vom ersten Ton an begeistern konnten.

Nun ist unsere personelle Decke noch kürzer geworden. Um weiterhin unser Publikum mit anspruchsvollem Chorgesang begeistern zu können, haben wir auf 3-stimmigen Gesang umgestellt. Die ersten Probenabende in dieser neuen Konstellation zeigten schon, dass wir auch dabei vollen Männerchor-Sound entwickeln können.

Freut Euch auf den „runderneuerten“ Lüneburger Silcher-Chor!

Zweimal ist der Lüneburger Sicher-Chor in diesem Jahr in der Lüneburger Kirche St. Marien aufgetreten – und beide Auftritte ergaben sich recht kurzfristig.

 Am 21. April, beim Gedenkkonzert für Heinz-Egon Kretzer sang der Chor Lieder, die Egon gern mit uns aufgeführt hatte, was beim Publikum guten Anklang fand. Was damals keiner ahnen konnte: es sollte nicht der einzige Auftritt in St. Marien im Jahr 2024 bleiben.

Als im Herbst ein Chor seine Teilnahme am Magnificat-Konzert kurzfristig absagen musste und es hieß, die entstandene Lücke zu füllen, war auf den Silcher-Chor wieder Verlass. Zwar konnte der Chor wegen der kurzfristigen Ansetzung nur in recht kleiner Besetzung antreten, doch das konnten wir mit Stimmvolumen kompensieren: die drei sakralen Lieder klangen so, als wäre ein erheblich größerer Chor zum Singen angetreten. Das wurde uns von vielen Zuhörern ungefragt versichert. So konnten wir auch am 22. September unser Können wieder unter Beweis stellen!

– das war der Titel des Konzerts, das der Silcher-Chor am 31. August in der Martinus-Kirche in Deutsch Evern vorstellte. Für dieses Konzert hatte der Chor einige neue Lieder einstudiert, die zum (augenzwinkernden) Titel  des Konzerts passten und die mit mehr oder weniger traditionellem Chorgesang kombiniert wurden. Da war zum Beispiel das Lied „Andrea“, das schilderte, wie ein gemeinsamer Besuch bei dem reimmäßig passenden schwedischen Möbelhaus vor einer falschen Lebensentscheidung schützen kann, ein Seemann entpuppte sich als Fährschiffkapitän, und der Begriff „Heimat“ wurde neu und erweitert definiert. Auch ein schöner Freund („Bel Ami“) war mit von der Partie.

Das Publikum hatte sein helles Vergnügen an diesem Programm. Begeistern konnten auch das Oboentrio „TRIGON“ und ein Duo bestehend aus zwei Schwestern, die mit ihren Instrumenten Oboe und Piano bei Landes- und Bundeswettbewerben schon in ihren jungen Jahren hohe Auszeichnungen erhalten haben.

Der April 2024 war  ein sehr betriebsamer Monat für den Chor. Innerhalb von 8 Tagen standen gleich drei Auftritte an, wenn auch nur kurze.

Am 13. April fand unser Familiennachmittag statt, der wieder einen guten Zuspruch fand. Wir erfreuten die Silcher-Familie mit drei Liedern („Aber dich gibt’s nur einmal für mich“, „Ode an die Heimat“ und einem Klassiker von Friedrich Silcher, der „Lorelei“). Zudem erinnerten wir in Wort und Bild an die Verstorbenen des vergangenen Jahres.

Weiter ging es dann am 20. April mit einem Auftritt beim Chorfest der PKL, als einer von 8 eingeladenen Chören. Wieder war ein „Silcher“ dabei (Ach, du klarblauer Himmel), dem dann die beiden neueren Lieder folgten, die wir schon eine Woche zuvor präsentiert hatten. Bei dem Schlager „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ schunkelte das Publikum hellauf begeistert schon bei der ersten Strophe, und mit der „Ode an die Heimat“ ernteten wir die ersten Lacher schon nach den ersten Zeilen – der Text muss demnach gut verständlich gewesen sein. Begeisterter Applaus war der Lohn für unseren Gesang. Wir können feststellen, dass wir uns hervorragend geschlagen haben, vor allem wenn man bedenkt, dass wir mit gerade mal 11 Sängern vertreten waren, so wenig wie noch nie.

Am folgenden Tag trat der Chor beim Benefizkonzert in der Lüneburger Kirche St. Marien für unseren kürzlich verstorbenen langjährigen Chorleiter Heinz-Egon Kretzer auf. Die Darbietungen der vier beteiligten Chöre wurden ergänzt durch ein Violinsolo sowie Sologesang begleitet von Violine bzw. Gitarre. Wir sangen drei Silcher-Lieder (Schifferlied, Lorelei, Ach du klarblauer Himmel) sowie das Lied „Der Spielmann“ – alles Lieder, die in der „Kretzer-Ära“ zum Standardprogramm des Chors gehörten. Auch bei diesem Konzert präsentierte sich der Chor in guter Verfassung, und so leisteten wir unseren Beitrag zu einem rundum gelungenen Konzert. Das Publikum belohnte die Leistungen nicht nur mit viel Applaus, sondern auch mit einem Spendenergebnis von gut 1350 Euro, die dem Mittagstisch der Gemeinde St. Marien zugutekommen.

 

 

Kurz vor Weihnachten 2023 verstarb unser langjähriger Chorleiter Heinz-Egon Kretzer, der dem Chor als Ehren-Chorleiter weiter verbunden geblieben war, auch nachdem er den Platz vor dem Chor an seinen Nachfolger übergeben hatte.

Von 1982 bis 2013 war Heinz-Egon Kretzer musikalischer Leiter des Lüneburger Silcher-Chors. Er hat den Chor entscheidend geprägt und mit Beharrlichkeit und hoher musikalischer Kompetenz zu ungezählten weithin beachteten Konzert-Erfolgen geführt. Zur Zeit seiner Leitertätigkeit erreichte der Chor auch seine maximale Besetzung, mit zeitweise über 70 Sängern.

Mit Egon verbinden den Chor nicht nur die Erinnerungen an ungezählte Erfolge bei Konzerten und sonstigen Auftritten, sondern auch viele Erlebnisse bei Chorfahrten, die zumeist mit musikalischen Aktivitäten verbunden waren. Unvergessen für die Beteiligten: die Chorfahrt nach Tartu im Jahre 2003 und die Kontakte zum Tartuer Meeskoor Gaudeamus. 

 

Zum 10. Mal hatte der Lüneburger Silcher-Chor in der Adventszeit in die Paulus-Kirche am Kreideberg geladen, zur Einstimmung auf Weihnachten. „Mit dem Silcher-Chor in die Weihnachtszeit“ hieß auch dieses Mal das Motto des Konzerts.

In diesem Jahr hatte die Chorleiterin Monika Grade besonders viele Lieder zum Mitsingen vorgesehen, und das Publikum in der Pauluskirche nahm diese Einladung zum Mitsingen gerne an. Als Gastchor war der Gemischte Chor aus Adendorf eingeladen, der einige Lieder aus seinem Adventsprogramm beisteuerte, wie gewohnt in klanglich ausgefeilter Weise. Der Silcher-Chor hatte einige neue Lieder einstudiert.

Die gesamte Veranstaltung fand beim Publikum viel Anklang, und so konnten sich alle über einen gelungenen Abschluss des Chorjahrs 2023 freuen.

Gut angekommen ist das Jubiläumskonzert zum 70jährigen Bestehen des Lüneburger Silcher-Chors, sowohl beim Publikum als auch in der Presse. Wenn auch corona-bedingt mit einjähriger Verspätung – dass wir endlich wieder ein „ganz normales“ Konzert veranstalten konnten, war an sich schon ein Erfolg. „Reine Männersache*n“ waren das Thema am 1. Oktober 2022 im Forum der Musikschule Lüneburg.

Mit dem Mix aus Traditionellem und Modernem, klassischem Männerchorgesang und peppig-poppigen Liedern demonstrierte der Chor, dass er noch immer in vielen Musikgattungen bestehen kann, auch wenn die Zahl der Sänger gegenüber den Glanzzeiten von 70 auf 17 geschrumpft war; krankheitsbedingt mussten einige Sänger kurzfristig passen. Dennoch gelang ein überzeugender Auftritt, was sich im Bericht, der am 6. Oktober 2022 in der Lüneburger „Landeszeitung“ erschien, widerspiegelt. Hoffentlich kann es nun ohne unliebsame Unterbrechungen weitergehen!