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2013 war für…

den Lüneburger Silcher-Chor ein recht ereignisreiches: Wechsel im Vorstand, Wechsel des Chorleiters, ein Chorprojekt, drei eigene Konzertveranstaltungen, Auftritte bei verschiedenen Gelegenheiten, eine Fülle von Werbemaßnahmen und schließlich: mehrere neue Mitglieder. Aber wir wollen es der Reihe nach darstellen.

Die Jahreshauptversammlung erbrachte nicht nur einen Wechsel in beinahe allen Vorstandspositionen, es stellte sich mit Winfried Fechner auch der neue Chorleiter vor, der den Chor nach einem Abschiedskonzert für den scheidenden Chorleiter Heinz-Egon Kretzer übernehmen sollte. Weiterhin wurde entschieden, dass das Chorprojekt, das von der im Vorjahr gebildeten Arbeitsgruppe vorgeschlagen worden war, umgesetzt werden sollte.

Der ausgehende Winter und das Frühjahr waren dann voller Aktivitäten: Ein Chorseminar am 2./3. Februar in der LVA Echem, bei dem wir uns mit neuerer Chorliteratur befassten, ein Pressegespräch am 20. Februar, bei dem wir den künftigen Chorleiter sowie die neue Ausrichtung des Chors vorstellten, und dazu Infostände in Lüneburgs Großer Bäckerstraße am 16. und am 23. März, die der Werbung neuer Mitglieder und für das Abschiedskonzert im April dienten. Die Anwesenheit bei den Infoständen entwickelte sich zu einer größeren Herausforderung, da es an beiden Tagen bitter kalt war.

Das Pressegespräch und die begleitenden Aktivitäten hatten zur Folge, dass der Silcher-Chor mit seinem Projekt nicht nur in diversen Lüneburger Zeitungen und Magazinen vorgestellt wurde; es langte sogar zu einer kurzen Radiosequenz bei NDR 1. Für einen der Magazin­berichte fuhren wir noch einmal kurz hinaus nach Echem, um dort ein paar Fotos mit länd­lichem Flair aufzunehmen.

Gleichzeitig liefen die Proben für das Abschiedskonzert auf Hochtouren. Bei diesen Proben und auch beim Konzert wirkte unser Chorleiter in spe als Sänger mit – Respekt, Respekt! Das Konzert am 12. April in der gut besuchten Kirche St. Marien in Lüneburg, der langjährigen Wirkungsstätte von Heinz-Egon Kretzer als Organist, erbrachte an Spenden für die Kita St. Marien 1150 €, die im Frühsommer bei einem Besuch der Kita übergeben wurden.

Gleich in der Woche nach dem Konzert begannen die Proben für unser Projekt „Von der Romantik zur Moderne“. Schon zur ersten Probe konnten wir mehrere Interessenten begrüßen. War schon das erfreulich, so freuen wir uns heute umso mehr, als dass wir im vergangenen Jahr insgesamt fünf feste Zugänge verzeichnen konnten: die Mehrzahl der Interessenten ist bei uns geblieben!

Zur Frühlingsfahrt am 11. Mai lässt sich sagen: Es war ein schöner Ausflug nach Rerik und auf das Salzhaff, den alle Mitreisenden genossen haben. Nur war die Teilnahme leider doch deutlich unter den Erwartungen geblieben. Das Grillfest am 15. Juni war einigermaßen gut besucht, litt aber deutlich unter dem Schauerwetter.

Im Sommer waren wir bei zwei Sommerfesten in Lüneburger Altenheimen zu Gast: am 20. Juli im Posener Altenheim sowie am 2. August in der Alten Stadtgärtnerei. Im Juli war das Wetter sehr schön sommerlich und das Singen war angenehm, auch wenn wir ein wenig gegen den Straßenverkehr auf der nahen Uelzener Straße ansingen mussten. Der Augusttermin hatte dagegen eine wesentlich größere Herausforderung im Gepäck: es war unerträglich heiß! Wir konnten für unseren Auftritt einen schmalen Schattenplatz ergattern, verkürzten unser Programm – und überlebten so das Singen bei mehr als 40 °C!

Eine Probenpause machten wir in diesem Sommer nicht – zu umfangreich war das Programm, das wir uns vorgenommen hatten. Inzwischen hatten wir erfahren, dass der Augustus-Chor, nach langen Jahren der Zusammenarbeit, sein Weihnachtskonzert 2013 ohne den Silcher-Chor gestalten wollte – was uns die Möglichkeit zu einer eigenen Weihnachtsveranstaltung eröffnete!

Der 30./31. August und der 1. September sahen uns dann bei der Herrentour unterwegs. Es waren drei sehr unterhaltsame Tage, und ein Singen war auch dabei: im Brunnenhaus des Kreuzgangs des Klosters Walkenried beeindruckten wir nicht nur unsere Führerin, sondern auch die anwesenden Besucher des Museumsklosters mit „gepflegtem Chorgesang“.

Ein zweites Chorseminar am 21./22. September, ebenfalls in der LVA Echem, diente der Vertiefung des Stoffs für unser schon bald anstehendes Konzert, brachte uns aber auch einiges Vergnügen bei der Aufnahme von Fotos. Auch einen Infostand in der Großen Bäckerstraße organisierten wir wieder – dieses Mal war es zwar nicht so kalt, dafür war es regnerisch.

Eine Woche nach diesem Infostand wurde es dann ernst: „Klangerlebnis Chormusik – Musik aus Renaissance, Romantik und Moderne“ hatten wir unser Konzert genannt, das am 19. Oktober im Kulturforum Wienebüttel stattfand. Bei diesem Konzert war fast alles anders gegenüber früher: der Veranstaltungsort, der Termin, unsere Kleidung, die eingeladenen Chöre, die Zusammenstellung unserer Beiträge. Bange Fragen gab es vor dem Konzert: Würden überhaupt Zuschauer in ausreichender Zahl kommen? Würden der ungewohnte Veranstaltungsort „vor den Toren Lüneburgs“ und der ungewohnte Termin zu einem Zuschauerschwund führen? Und wenn – würden wir das mit neuen Interessenten kompensieren können? An Werbung hatten wir ja einiges veranstaltet – aber würde das ausreichend sein? In der Presse waren zwar immer wieder Artikel über unseren Chor erschienen – aber hätten es nicht mehr sein müssen? Und vor allem: wie würde unser neues Konzept beim Publikum ankommen?

Wie würde das Publikum die ungewohnte Chormusik aufnehmen: Ein Stück aus einer japanischen Oper, für Männerchor eingerichtet – auf Japanisch? Ein swingender Wise-Guys-Song mit chorischer Untermalung einer Solo-Partie? Und ganz modern: für einen Männerchor arrangierte Spielemusik, eine Welt-Uraufführung?

Im Nachhinein können wir nun sagen: Wir haben im Wesentlichen das Richtige gemacht! Zwei dem Lüneburger Publikum unbekannte Chöre – der Barbershop-Chor „Singsation“ aus Bremen und der MGV Selsingen –, die Beteiligung des Publikums, ungewohnte Klänge neben Altbekanntem: „das Publikum war begeistert“, wie die Presse schrieb, und sie titelte: „Ein Abend voller Überraschungen“. Und das Schönste: das Kulturforum war voll! Es mussten kurz vor Beginn der Veranstaltung sogar noch eilig Stühle herbeigeschafft werden. Spätestens bei der Zugabe (ein „animierter“ Tango – Spanische Nächte), war das Publikum überzeugt: So sollte es weitergehen!

Mit diesem Konzert waren unsere Aktivitäten 2013 aber bei weitem noch nicht erschöpft. Am 15. November begleiteten wir chorisch die Feierstunde zum 20jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Lüneburg und Tartu/Estland. Unsere estnischen Freunde waren sehr erfreut, dass wir das Lied „Kuu“ auf deutsch und auf estnisch sangen. Bei der Poster-Präsentation am nächsten Tag im Foyer des Theaters versicherte uns der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung von Tartu, eine Chorpartnerschaft mit dem „Meeskoor Gaudeamus“ aus Tartu wieder in Gang zu bringen.

Am 15. Dezember waren wir dann wieder einmal zum Singen im Posener Altenheim. Dort war zunächst Improvisation angesagt, denn stillschweigend war die Heimleitung von einer einstündigen Gesangsdarbietung ausgegangen. Unter zeitweiser aktiver Beteiligung der Heimbewohner sangen wir vier- bzw. einstimmig weihnachtliche Lieder, bis nach einer 3/4 Stunde die Aufmerksamkeit der Heimbewohner merklich nachließ….

Und noch einen Höhepunkt hielt dieses Jahr für uns bereit: Am 21. Dezember hieß es „Mit dem Silcher-Chor in die Weihnachtszeit“. Der Mix aus chorischen Darbietungen, Mitsingliedern, Texten (auch auf Platt), instrumental präsentierten Liedern, jazziger Weihnachtsmusik und dem kindlichen Gesang eines Mädchentrios erfreute unser Publikum in der Pauluskirche, die trotz starker Konkurrenz an diesem Wochenende zu fast zwei Dritteln gefüllt war. Wir könnten diese Veranstaltung glatt zur Tradition werden lassen!

Und noch einen letzten Auftritt können wir für das Jahr 2013 in die Annalen aufnehmen: Am 28.12. fand sich ein Teil des Chors (Größenbeschränkung aus Platzgründen) im Restaurant „Zur Alten Wassermühle“ in Bienenbüttel ein, um dort einen 80. und einen 75. Geburtstag eines Ehepaars zu besingen. Die Geburtstagsgesellschaft sang bereitwillig mit, und so konnten wir – trotz weitestgehend einstimmigem Gesang, da wir die gewünschten Lieder nicht mehrstimmig im Programm hatten – viel Sangesfreude vermitteln.

Alles in Allem: ein aktives und ereignisreiches Jahr, das uns als Chor stark gefordert, aber auch viele schöne Momente gegeben hat.

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Beitrag aus der LZonline

Winfried Fechner, der neue Mann vorm Silcher-Chor. Foto: t&w | Autor: aat Vögelsen

Etwas Besonderes wollte der Silcher-Chor bei seinem ersten großen Auftritt unter seinem neuen Leiter Winfried Fechner bieten: Er kam nicht allein, sondern lud zwei Männerchöre ein, die unterschiedliche Musikstile und Singweisen boten. Der Silcher-Chor selbst zeigte neue Facetten: Im voll besetzten Kulturforum warteten die Lüneburger mit einem überraschenden und temperamentvollen Programm auf, das neben Musik aus der Renaissance und Romantischem aus der großen Zeit des Männer-Chorgesangs auch zeitgenössische Popsongs, Humoristisches und Zeitgenössisches umfasste.

Mit Enthusiasmus moderierte Winfried Fechner das Programm und lud das Publikum sogar zum Mitmachen ein. Die Pavane „Belle qui tiens ma vie“ von Thoinot Arbeau (1519-1595) erklang aus dem Eingangsbereich der Scheune. Dann kamen die Silcher-Choristen auf die Bühne, stimmten „Untreue“ an, bekannt als „In einem kühlen Grunde“, eines der Lieder ihres Namensgebers Friedrich Silcher. Die feine, stimmungsvolle Interpretation knüpfte an die traditionelle dynamische Interpretationsweise von Fechners Vorgänger Egon Kretzer an, der den Chor bis vor einem halben Jahr geprägt hat.

Zuvor hatte der Silcher-Chor bereits mit einem Werk überrascht, das Freunde Fechners komponiert und arrangiert haben, die Japaner Kaoru Wada und Katsura Shimizu. Sie haben das melodisch-atmosphärische Finale aus einem japanischen Musical eigens dem Silcher-Chor übereignet, der dieses musikalische Landschafts- und Seelenbild sicher und sehr eingängig auslegte – auf Japanisch! Am Piano begleitete Mira Teofilova diesen Hoffnungsgesang mit viel Feingefühl. Ganz anders, nämlich verschmitzt und lustig, der gelungene Wise-Guys-Hit „Probier’s mal mit ’nem Bass“ (Solo: Ulli Hess).

A cappella offerierten die elf Mitglieder der Singsation aus Bremen ihre Songs („Heart of my Heart“, „Under the Boardwalk“ u.a.). Sie bezeichnen sich als Barbershop-Chor und frönen jener vierstimmig-harmonischen Musik, wie sie im Süden der USA in Frisör-Salons den Radiosendungen nachgesungen wurde, um sich das Warten auf den Haarschnitt zu vertreiben. Auffallend sind eine hohe Stimme und gesummte Stimmen. Chorleiter Washington de Oliveira dirigierte mit Temperament und Rhythmus, brachte die Sänger zum Swingen und ließ auch das schwierige „Crazy Little Thing“ von Freddie Mercury mit Schwung vortragen.

Den MGV Selsingen e.V. von 1877 gab es bereits 70 Jahre, als der Silcher-Chor seinen 25. Geburtstag feierte. Er pflegt die Tradition des deutschsprachigen Singens und ließ u.a. „Aus der Traube in die Tonne“ und „Babylon“ erklingen. Chorleiter Piet Zorn aus dem Odenwald ließ das Schunkellied „Die schöne Odenwälderin“ nicht fehlen, eher er seine Sänger mit dem Silcher-Chor Leonard Cohens „Hallelujah“ anstimmen ließ: Rund 70 Männerstimmen schwelgten in großem Sound mit „Mich trägt mein Traum“ (Abba), „Ciao d’Amore“ und „Sierra Madre“.

Schuberts Nachtlied sang der Silcher-Chor allein, in wunderbarem Pianissimo. Bevor er sich mit „Der Mond ist aufgegangen“ und einem witzigen Tango („Das ist der Zauber der spanischen Nächte“) verabschiedete, ließ Fechner das Publikum mit Butterbrotpapier rascheln: Solche Regengeräusche gehörten zu „Secret of Mana“ („Fear of the Heaven“) von Hiroki Kikuta, arrangiert von Jonne Valtonen. Fechner hatte dieses effektvolle Stück Programmmusik geschenkt bekommen, um es mit dem Silcher-Chor erstmals aufzuführen. Das Publikum war begeistert.

Beitrag aus der LZonline

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2012 Alles ändert sich…

mit der Zeit – auch dem Silcher-Chor stehen Veränderungen ins Haus. Vorboten des Wandels waren im Jahr 2012 schon deutlich auszumachen.

Es begann mit einer Ideensammlung zur Zukunft des Chors, was dann in die Bildung einer Arbeitsgruppe mündete, die mit der Aufgabe betraut wurde, Konzepte für die Zukunftsfähigkeit des Chors zu entwickeln. Schnell wurde klar, dass der Silcher-Chor sein musikalisches Angebot erweitern muss, um neues Publikum und neue Mitwirkende zu gewinnen. Für eine solche Angebotserweiterung gibt es zwei Möglichkeiten:
– neue, „modernere“ Chorsätze einstudieren und präsentieren, in Ergänzung zum bisherigen Repertoire,
– Gastchöre zu Konzerten einladen, die Varianten des Chorgesangs präsentieren, die der Silcher-Chor nicht anbietet.

Der Silcher-Chor hat sich nun entschieden, beide Wege zu beschreiten. Ein erster Versuch, sich mit neuartigen Chorsätzen zu beschäftigen, wird auf einem Chorseminar im Februar 2013 gestartet. Auf dem anderen Weg sind schon die ersten Schritte gegangen worden: Zum traditionellen Herbstkonzert 2012 wurde ein Jungendchor eingeladen. Und damit sind wir mitten in der Hauptaktivität des Chors gelandet: dem Singen.

Am 5. Mai nahm der Silcher-Chor mit 3 Liedern am Kreischorfest in Reppenstedt teil. Neben anderen fand der „Rosenwalzer“ besonderen Anklang.

Zum traditionellen Termin des Herbstkonzerts, dem ersten Wochenende im November, hatte der Chor sein Konzert unter das Motto „Tradition und junger Ton“ gestellt. Ein Experiment – ist doch das Repertoire des als Gastchor eingeladenen Jugendchors „Essenzen“ deutlich verschieden von dem traditionell ausgerichteten des Silcher-Chors. Die Begeisterung des Publikums, auch und vor allem bei den Beiträgen der „Essenzen“ zeigte, dass der Chor mit diesem Konzept auf dem richtigen Weg ist! Die Kombination von traditionellem Chorgesang und „Jungem Ton“ – frischen, modernen Stücken, „bewegt“ vorgetragen – scheint eine zukunftsfähige Konzertform zu sein! Die Pauluskirche war für das Konzert ein akustisch geeigneter Rahmen, in dem auch die neu einstudierte „Serenade“ von Fr. Kücken gut zur Geltung kam.

Zum Ausklang des Jahres gab es dann wieder Traditionelles: Das Adventssingen am Weihnachtsmarkt und der Gastauftritt beim Weihnachtskonzert des Augustus-Chors. Zwar war der Chor beim Auftritt in der Nicolaikirche krankheitsbedingt stark dezimiert, aber dennoch gelang auch mit den neu einstudierten Beiträgen eine eindrucksvolle Präsentation.

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